Donnerstag, 31. Dezember 2015

Schreibtagebuch #5

Nach dem NaNoWriMo habe ich versucht weiterhin regelmäßig zu schreiben und das ist mir auch gelungen, wenn auch nur die erste Hälfte des Monats. Gegen Ende habe ich dann doch eher wieder zu den Romanen gegriffen und mehr gelesen als zu schreiben.
Ich habe zwar noch versucht ein wenig an Dragon Hunter weiterzuschreiben, aber viel hinzugekommen ist da nicht. Ich werde jetzt ohnehin noch mal im Jan./Feb. an der Fantasy-Geschichte schreiben und überarbeiten, so dass es nun nicht weiter tragisch ist, wenn ich diesen Monat nichts gemacht habe.
Stattdessen habe ich endlich mal mit Das Flüstern des Wellen angefangen. Eine Meermann-Geschichte, die in Irland spielt und Richtung Thriller geht. Ich habe in diesem Monat beinahe 60 A4-Seiten geschrieben. Bisher sind es 36k. Die Geschichte wird alles in allem aber doch sehr lang. Ich schätze mal 400 Normseiten werden es auf jeden Fall am Ende sein.
Außerdem habe ich ein wenig an meiner Adelsgeschichte geplottet. Schreiben werde ich noch nicht dran, da ich noch einiges recherchieren muss und die Handlung steht auch noch nicht komplett. Ich habe die Geschichte nun so aufgeteilt, dass die Geschehnisse über einen längeren Zeitraum Anfang des 20. Jahrhunderts spielen. So kann ich die Geschichte in vier Teile gliedern und auch länger machen, so dass man auch was von der Geschichte hat. Es wird aber ein Einzelband, soviel steht schon mal fest. Auf Buchreihen habe ich momentan keine große Lust. lol

Was steht 2016 an?

Ich werde auf jeden Fall an einigen Fortsetzungen vor allem während der NaNoWriMos schreiben. Darunter den zweiten Teil meiner Italien-Diologie, der ein paar Jahre nach Band 1 spielt, ein zweites Western-Abenteuer mit Ben & Adam sowie im November dann endlich den zweiten Band zu Priesterin der Schatten, den ich dieses Jahr verschoben habe.
Ansonsten werde ich wohl einige Geschichten beenden (Wirbel der Gefühle, The Weapons Dealer, Dragon Hunter, Das Flüstern der Wellen, Der goldene Drache). Das sind alles noch so kleinere Baustellen, bei denen wirklich nur noch wenige Kapitel fehlen, ehe sie überarbeitet werden können. Wer mich kennt, weiß ja, dass ich liebend gerne an mehreren Projekten gleichzeitig schreibe. XD
Außerdem werde ich einige meiner Online-Geschichten auf Animexx beenden. Zumindest versuche ich es. Darunter Ausrutscher, Doppelgänger, Mondscheinkuss, Water Drop und Wet Dreams
Und ich werde auf jeden Fall im neuen Jahr anfangen an meiner 12teiligen Apokalypse/Gestaltwandler-Reihe Dämonenjäger Colin zu schreiben.
Bin mal gespannt wie viel ich davon 2016 wirklich umsetzen kann. =)

Rezension: Mami, warum sind hier nur Männer? von Volker Surmann


Infos zum Buch:

Originaltitel
Verlag: Goldmann
Autor: Volker Surmann
Seiten: 288
Preis: 8,99 € | Ebooks: 7,99 €

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Beschreibung:

Verkehrte Welt im Gay-Resort auf Sardinien: Hotelier Helmer Klotz, selbst schwul, verachtet seine homosexuelle Klientel aus tiefstem Herzen. Dann gewährt er in einer Notsituation Ilka, einer frisch verlassenen Mutter mit ihren zwei Kindern, Unterkunft. Damit treffen zwei Welten aufeinander, die unterschiedlicher kaum sein können. Denn auf eine Konfrontation mit so viel Heterosexualität sind Helmers Hotelgäste nicht vorbereitet, die aufgeweckte Kleinfamilie stiftet ordentlich Unruhe und Chaos. Und doch sind es am Ende ausgerechnet die von der Liebe enttäuschte Heterofrau und ihre Kinder, die dem bärbeißigen Hotelchef vor Augen führen, dass es unter Homosexuellen durchaus auch liebenswerte Exemplare gibt. (Quelle: Goldmann)

Meine Meinung:

Den Anfang der Geschichte fand ich super. Ich bin gut ins Buch reingekommen und Volker Surmann hat genau meinen Humor getroffen. Ich war ständig am lachen und auch all die skurrilen Figuren habe ich während des Lesens ins Herz geschlossen. Ich fand es sehr lustig wie die Kleinfamilie das Gay-Resort ordentlich durcheinander gebracht hat. Vor allem auch die abtrusen Reaktionen der Gäste waren unterhaltsam.
Den Hotelier Helmer fand ich sympathisch. In den schwulen Gästen sieht er eher eine gute Einnahmequelle, als dass er sie gerne um sich gehabt hätte, dabei ist er ja selber schwul. Aber das kam so richtig schräg mit einem Augenzwinkern rüber, so dass man es ihm einfach nicht übel nehmen konnte. Ilka, Thea und Felix fand ich auch klasse. Ilka, die gestresste Mutter, die die Nase voll von ihrem Mann hat und deren Kinder ihr auf der Nase herumtanzen, das hat der Autor richtig gelungen umgesetzt. Thea versucht immer einen auf großes Mädchen zu machen, eben die typische abgeklärte Teenietour, was aber überhaupt nicht nervig beim Lesen wirkte und der kleine Felix mit seinem rosafimmel. Ich konnte das gut nachvollziehen, da mein jüngerer Bruder mal so eine schreckliche Rotphase hatte. Niedlich fand ich vor allem die arglose Art der Kinder mit allem um sie herum umzugehen, ihre manchmal doch äußerst direkte, unschuldige Weise bestimmte Dinge anzusprechen und gerade die Erwachsenen in Ratlosigkeit zu versetzen war zum Schreien komisch.
Vor allem die Dragqueen Olga hat die Geschichte dann noch mal so richtig in Fahrt gebracht und einige Male ordentlich Klartext geredet, was die üblichen Vorurteile über Heteros und Schwule anbelangt. Wer sich also noch ein wenig nebenbei über einige Begriffe aufklären lassen möchte, bekommt das ganz nebenbei von Tante Olga um die Ohren geschleudert.
Die wenigen Tage im Hotel haben mir gut gefallen. Der Autor hat sie witzig und manchmal auch Haarsträubend verstreichen lassen und auch die Umgebung konnte man sich beim Schmöckern sehr gut vorstellen, ohne das Langeweile aufkommt.
Einzig zum Ende hin war mir das dann doch ein klein wenig zu viel drama was den Familienstreit anbelangte. Plötzlich waren alle Figuren dabei und irgendwie mittendrin und mir war es beim Lesen ein wenig zu viel des Guten.
Auch beim Schluss hätte von mir aus nun nicht aus den beiden Figuren unbedingt ein Pärchen werden müssen, aber man kennt das ja, die schlimmsten Kuppler sind immer noch die Autoren.
Das Ende fand ich ganz gut umgesetzt und ansonsten habe ich da auch nichts zu bemängeln. Ich finde es schön, mal wieder so viel zum Lachen gehabt zu haben und kann das Buch getrost weiterempfehlen.

Fazit:

Mit viel Witz und Humor hat Volker Surmann mal ein wenig mit den üblichen Klischees aufgeräumt und eine Kleinfamilie auf ein Gay-Resort losgelassen. Unbedingt mal reinlesen und unterhalten lassen! Kann ich nur empfehlen!

Bewertung:


Zum Autor:

Volker Surmann ist Autor, Satiriker und Exil-Ostwestfale in Ostberlin. Er stand zwanzig Jahre als Kabarettist und Comedian auf der Bühne und ist nach wie vor einer der Hausautoren des Berliner Kabaretts „Die Stachelschweine“. Er schrieb für diverse TV-Comedyformate (z.B. „Mensch Markus“, „Was guckst Du?“) und rechnete in seinem ersten Roman „Die Schwerelosigkeit der Flusspferde“ (2010) mit dem Comedybusiness ab. 2012 erschien seine Geschichtensammlung „Lieber Bauernsohn als Lehrerkind“, 2014 sein zweiter Roman „Extremely Cold Water“. Er schreibt Beiträge für das Satiremagazin „Titanic“, Kolumnen für das queere Hauptstadtmagazin „Siegessäule“ und betreibt seit 2011 den Berliner Satyr Verlag für Humor und Satire. Seit 2003 liest er jeden Donnerstag bei der Berliner Vorlesebühne „Brauseboys“ und tritt regelmäßig bei Poetry Slams in ganz Deutschland auf. (Quelle: Goldmann)

Rezension: Der Turm der toten Seelen von Christoffer Carlsson


Infos zum Buch:

Band 1 (Leo Junker-Reihe)
Originaltitel: Den osynlige mannen från Salem
Verlag: C.Bertelsmann
Autor: Christoffer Carlsson
Seiten: 352
Preis: 14,99 € | Ebook: 11,99 €

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Band 2: Schmutziger Schnee (erscheint: 11.01.2016)


Beschreibung:

Leo Junker, Anfang 30, ist als Polizist vorübergehend vom Dienst suspendiert, nachdem er versehentlich einen Kollegen erschossen hat. Körperlich und psychisch angeschlagen, ist er voller Sorge um seine Zukunft. Als in seinem Wohnhaus ein Mord geschieht, beginnt Leo – unerlaubt – zu ermitteln. Denn ein Detail an der Ermordeten erinnert ihn auf erschreckende Weise an seine eigene gewalttätige Jugend und an das brutale Ende seiner ersten Liebe. Leo weiß, dass ihm jetzt nur einer weiterhelfen kann: John Grimberg, früher sein bester Freund, der später jedoch zu seinem abgrundtiefen Feind wurde und nur auf eine Gelegenheit wartet, sich an ihm zu rächen. (Quelle: C.Bertelsmann)

Meine Meinung:

Ich wollte schon eher mal in diese neue Reihe reinschnuppern. Der erste Fall von Leo Junker hat mir soweit ganz gut gefallen. Der Schreibstil des Autors ist etwas schwermütig, passt in allem aber sehr gut zu der Handlung. Diese ist aber leider doch ein wenig vorhersehbar gewesen.
Leo ist eine interessante Figur und nicht alle Fragen um ihn werden schon im ersten Band beantwortet wie zum Beispiel die Sache mit Gotland.
Leo wird von seiner Vergangenheit wieder eingeholt, auf die der Autor nebenbei sehr detailliert eingegangen ist. Das hat mir sehr gefallen, aber leider wirkte Leo trotzdem nicht ganz so greifbar auf mich beim Lesen. Grim hat ihn dafür beinahe in den Schatten gestellt.
Ab und an musste ich auch zweimal gucken, ob das jeweilige Kapitel gerade in der Gegenwart oder in der Vergangenheit spielt. Die Übergänge waren hier nicht gerade optimal. Dafür gefielen mir die Briefe zwischendurch ganz gut, die auch eng mit der Handlung verwoben sind.
Der Fall an sich war spannend aufgebaut, folgt allerdings dem üblichen Schema: suspendierter Polizist ermittelt im Alleingang einen Fall, der natürlich mit ihm zu tun hat, eine ihm nahestehende Person wird entführt und selbstverständlich muss er sie alleine retten. Die üblichen Klischees.
Vor allem aber die Freundschaft zwischen Leo und Grim fand ich faszinierend. Der Anfang in ihrer Jugend und später dann die Differenzen im Erwachsenenalter fand ich gelungen umgesetzt. Man hat beim Lesen deutlich gemerkt, dass beide dennoch etwas füreinander übrig haben, auch wenn ein dunkler Schatten aus der Vergangenheit über ihnen schwebt. Vor allem Grims Leben fand ich anschaulich dargestellt bzw. seinen Werdegang und wie er es quasi geschafft hat sich unsichtbar zu machen. Das war wesentlich interessanter als die Liebesgeschichte von Leo und Julia.
Die Sache mit Julia war okay, hat mich aber nicht allzu sehr vom Hocker gerissen. Sie war eher das Anhängsel und hat für die Liebesgeschichte gesorgt, aber ansonsten hat sie mich nicht sonderlich interessiert. Liegt wohl auch daran, dass sie nicht allzu sehr hervorstach. Erst das Ende mit ihr hat dann doch noch für eine Überraschung gesorgt.
Der Schluss bleibt relativ offen. Man erfährt wie es mit Leo weitergehen könnte, aber wie erwähnt bleibt einiges um ihn als Person offen, da wäre vor allem die Gotland-Sache und die mit Grim, ebenso wie es mit Leo und Sam weitergeht. Ob sie noch einmal zueinander finden oder endgültig getrennte Wege gehen, wobei mich das eigentlich nicht sonderlich interessiert.

Fazit:

Ein gelungener Serienauftakt, der zwar nicht viel Neues bietet, aber dennoch eine gelungene Geschichte erzählt. Es gibt einige spannende Stellen und vor allen die Nebenfigur Grim sticht besonders hervor, ebenso der Erzählstil des Autors.

Bewertung:


Zum Autor:

Christoffer Carlsson, geboren 1986, ist der jüngste Star am schwedischen Krimihimmel. Mit 28 Jahren hat er nicht nur bereits vier hoch gelobte, international erfolgreiche Thriller geschrieben, sondern nebenher auch noch sein Kriminologie-Studium mit Promotion abgeschlossen. "Turm der toten Seelen", der erste Band einer neuen Serie mit dem Polizisten Leo Junker, wurde 2013 mit dem Schwedischen Krimipreis ausgezeichnet. Mit dieser Serie wird Christoffer Carlsson erstmals in Deutschland vorgestellt. (Quelle: C. Bertelsmann)

Dienstag, 29. Dezember 2015

Rezension: Kennen Sie diesen Mann? von Carl Frode Tiller


Infos zum Buch:

Band 1(?)
Originaltitel: Innsirkling
Verlag: btb
Autor: Carl Frode Tiller
Seiten: 352
Preis: 19,99 € | Ebook: 15,99 €

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Hinweis: Im Buch steht zwar keine Nummer, aber laut Goodreads gibt es drei Bände zu dieser Reihe, sofern ich mich nicht irre.

Beschreibung:

David hat sein Gedächtnis verloren. Er weiß nicht mehr, wer er ist. In einer Zeitungsanzeige fordert er Verwandte und Bekannte auf, ihm einen Brief zu schreiben, um ihm seine Erinnerungen zurückzugeben. Und er bekommt Antworten auf seine Fragen. Aber will er die wirklich hören? Denn sie sind ganz unterschiedlicher Art und nicht immer schön. Sein Jugendfreund Jon, ein Musiker, der gerade den Halt zu verlieren scheint, meldet sich. Sein Stiefvater Arvid, ein Pfarrer, der auf den Tod wartet. Und seine Jugendliebe Silje, eine Frau mittleren Alters, die möglicherweise gerade im Begriff ist, aus ihrer Ehe auszusteigen. Die Briefe geben ihnen allen die unerwartete Chance, von ihrem eigenen Leben zu erzählen, während sie zugleich Davids Geschichte einkreisen. Aber wer ist David wirklich? (Quelle: btb)

Meine Meinung:

Bei diesem Buch habe ich einige Zeit gebraucht um hinter das Erzählkonzept des Autors zu blicken. Einige sind da ja sehr kreativ. In drei Abschnitten, aus Sicht von jeweils drei Figuren, wird David, der sein Gedächtnis verloren hat, über sein Leben erzählt. Das hat der Autor ziemlich raffiniert umgesetzt, denn David kommt selber im Buch überhaupt nicht vor. In den Alltagsgeschehnissen zwischen den Briefen seiner Freunde/Familie wird über die Person, die ihm die Briefe geschrieben hat, erzählt. Es hat bis zum zweiten Part der Geschichte gedauert, bis ich das kapiert habe. Im ersten Teil wird also aus Jons Leben erzählt und er schreibt auch die Briefe an David, dann geht es mit Arvid weiter und zum Schluss mit Silje.
Dabei benutzt Carl Frode Tiller auch andere Satzstrukturen, die vor allem ein wenig bei den Geschehnissen der Figuren gewöhnungsbedürftig sind. Die Briefe lesen sich ganz normal.
Ansonsten fand ich die Handlung aber recht interessant. Bei Jon hat es etwas gedauert bis ich verstanden habe, dass er auch die Briefe schreibt und anfangs war ich ständig am Rätseln ob die nun eine Frau oder ein Mann schreibt, weil es keinerlei Hinweise in den Briefen gab. Erst nach 60 Seiten, als dann erzählt wurde, dass er und David etwas am laufen hatten, wurde mir klar, dass hier Zusammenhänge bestehen.
In den Texten hatte ich teilweise mit den Figuren Mitleid, weil jeder so seine Schwierigkeiten innerhalb der Familie hatte und nicht immer auf Akzeptanz gestoßen ist, egal was sie gemacht haben. Bei allen läuft das Leben gewaltig aus dem Ruder, in der Vergangenheit ebenso wie in der Gegenwart. Jon stößt auf Widerstände innerhalb seiner Familie, weil er schwul ist und sein Berufswunsch mit Musik zu tun hat, die in den Augen der Familie aber nicht als richtige Arbeit angesehen wird. Arvid ist allein im Krankenhaus und auf sich gestellt und Silje hat Schwierigkeiten innerhalb ihrer Ehe.
Davids Leben wird von jeder Figur aus einer anderen Sicht erzählt. Jon mochte ich. Er hat auf mich sehr zerbrechlich gewirkt, ebenso wie in Arvids Erzählungen. Silje hingegen hat kaum ein gutes Wort über ihn verloren und ihn als Dramaqueen dargestellt. Wahrscheinlich war sie mir von allen Dreien deswegen auch nicht wirklich sympathisch. Sie wirkte auf mich voreingenommen und ichbezogen. Aus Jons Briefen erschien sie mir auch eher wie eine kleine Diva, die immer alles bekommen hat was sie wollte.
Arvid, Davids Stiefvater, war eine interessante Figur. Mir gefiel es, die Geschichte auch aus seiner Sicht zu erfahren und was er durchmachen musste. Neben seiner Ehe hat man hier auch am deutlichsten gemerkt wie drastisch David sich verändert hat und das teilweise doch sehr besorgniserregend. Was Silje hingegen wieder als Teil von Davids Persönlichkeit dargestellt hat und es hingegen eher beschönigte.
Es war auf jeden Fall interessant zu lesen und hat mir gut gefallen. Man merkt, dass der Autor sich bei dieser Geschichte sehr viel Mühe gegeben hat.

Fazit:

Der Autor hat hier auf jeden Fall ein ansprechendes und tiefgründiges Werk geschrieben mit einer sehr erfrischenden Erzählart und mit einer ebenso dichten Handlung. Für mich war es ein Page-Turner, was wahrscheinlich vor allem an dem Schreibstil lag und auch an den Erlebnissen der Figuren. Wer mal etwas Abwechslung vom üblichen Einheitsbrei braucht sollte hier unbedingt reinlesen.

Bewertung:


Zum Autor:

Carl Frode Tiller, geboren 1970, ist ein norwegischer Autor, Historiker, Musiker und Komponist. Er gilt als Meister der psychologischen Zwischentöne. Seine Romane sind vielfach preisgekrönt und in 16 Sprachen übersetzt. (Quelle: btb)

Rezension: Die Säuberung von Markus Frenzel


Infos zum Buch:

Originaltitel
Verlag: Sutton Krimi
Autor: Markus Frenzel
Seiten: 368
Preis: 14,99 € | Ebook: 11,99 €

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Beschreibung:

In einem verlassenen Berliner Vergnügungspark kommt es zu einem grausigen Fund. Eine junge Frau wurde gepfählt. Trotz fieberhafter Ermittlungen gibt es bald eine zweite Leiche, die auf grausamste Weise zu Tode gequält und zur Schau gestellt wurde. Die mysteriösen Botschaften an den Tatorten führen das Ermittlerteam um Kommissar Vuk Tolstoi weit zurück in die Vergangenheit und konfrontieren ihn mit seiner eigenen schmerzlichen Familiengeschichte. (Quelle: Sutton Verlag)

Meine Meinung:

Also von der Story her hat mich das Buch sehr fasziniert, auch wenn es schon ein wenig brutaler ist als so manch anderer Krimi. Wahrscheinlich war es auch deswegen so spannend zu lesen. Statt einfach nur einen Krimi zu erzählen hat der Autor auch noch ein wenig geschichtliche Aspekte wie Völkermord und Kriegsverbrechen des bosnischen Krieges miteingebaut. Ich bin wahrlich keine Leuchte was Geschichte angeht, aber es war dennoch sehr interessant zu lesen. Auch die Arbeit von Journalisten hat der Autor miteinfließen lassen was ich ebenfalls ansprechend fand.
Leider hatte ich trotzdem so meine Probleme mit dem Buch und das lag vor allem an den Figuren. Mit anderen Figuren hätte ich dem Buch wahrscheinlich volle 5 Sterne gegeben, aber ich habe mich mit keiner davon wirklich identifizieren können. Keine Person im Buch wirkte so richtig sympathisch auf mich. Es war zwar so an sich interessant aus Sicht der verschiedenen Figuren zu lesen, aber einiges ging mir dann doch auf den Keks.
Vor allem war es die Figur Tonia, die mir ein Dorn im Auge gewesen ist. Ich bin kein Fan von Pairings mit großen Altersunterschieden und habe hier gerade drei Bücher davon liegen in denen sich ältere Kommissare mit Studentinnen vergnügen. Ich hoffe, das wird kein neuer Trend...
Tonia ist auch noch so eine Figur, die ich regelrecht gehasst habe und was sie mir absolut nicht sympathisch gemacht hat war eben, dass sie auf allen möglichen Gebieten perfekt ist und sich scheinbar in allem super auskennt. Rein zufällig ist sie Möchtegern-Historikerin, zufällig kennt sie sich ganz gut in bosnischer Geschichte aus, zufällig wird sie mit in den Fall hineingezogen, usw. Das wirkte auf mich ein bisschen sehr an den Haaren herbeigezogen und konnte mich beim besten Willen nicht überzeugen. Ihre zickige Art hat das dann auch nicht gerade besser gemacht, so dass ich am Schluss bloß noch die interessanten Passagen gelesen habe, aber ansonsten alle Szenen, die mit ihr zu tun hatten bloß überflog oder weiterblätterte.
Ana Cayart fand ich noch recht ansprechend, aber irgendwie hat mich ihre Eifersucht nach einiger Zeit auch nur noch genervt, vor allem weil sie einfach nicht richtig um Vuk gekämpft hat. Mit Vuk ging es gerade noch so. Seine Lebensgeschichte fand ich ansprechend erzählt und hin und wieder hatte ich auch Mitleid mit ihm, aber seine rabiate Arbeitsweise war dann doch nicht so wirklich mein Fall. Für meinen Geschmack kam vor allem Theo viel zu kurz. Über ihn als langjährigen Partner vom Kommissar hat man so gar nichts richtig erfahren. Das fand ich sehr schade. Dafür hat sich der Autor große Mühe beim Lebenslauf der anderen Figuren, vor allem der Opfer, gegeben. Mir hat es gefallen ihre Werdegänge zu lesen.
Am Schreibstil gibt’s nichts zu bemängeln, ebenso die relativ kurzen Kapitel, die nur hin und wieder mal etwas länger waren. Die Seiten sind zwar wie gewohnt bei Sutton sehr textlastig, aber das fällt beim Lesen nicht weiter ins Gewicht.
Der Spannungsaufbau der Handlung ist gelungen umgesetzt und vor allem zum Ende hin spitzt sich die Lage zu und man fiebert schon so ein wenig dem Finale entgegen.
Ich denke mal anderen Lesern wird das Buch wahrscheinlich besser gefallen als mir. Ich hatte nun mal Probleme mit den Figuren und kam mit keiner so richtig auf einen Nenner und teilweise gab es doch so einiges was ich einfach nur überblättert habe. Ich weiß nicht ob ich hier weiterlesen würde, wenn es eine Reihe wird. Wahrscheinlich eher nicht, aber es war mal interessant diesen Krimi/Thriller zu lesen, der thematisch wirklich mitreißend ist.

Fazit:

Wer Krimis mag und sich auch ein wenig für Geschichte interessiert sollte mal reinlesen. Auf fast 400 Seiten bekommt man hier eine durchaus spannende und anspruchsvolle Handlung geboten.

Bewertung:


Zum Autor:

Markus Frenzel arbeitet als investigativer Journalist für das ARD-Magazin FAKT in Leipzig. Er hat Politikwissenschaft studiert, längere Zeit in Paris und Aix-en-Provence gelebt und ist für die »Deutsche Welle« um die Welt gereist. Jahrelang hat er sich an die Fersen eines Rebellenchefs geheftet, der von Interpol weltweit gesucht wurde und aus Mannheim den Krieg im Kongo führte. Ein Interview mit FAKT brachte den Mann schließlich hinter Gitter. In dem Buch »Leichen im Keller« (dtv) veröffentlichte Frenzel seine Recherchen zu internationalen Kriegsverbrechern in Deutschland. Für seine Arbeit wurde er mit zahlreichen renommierten Journalistenpreisen ausgezeichnet. »Die Säuberung« ist sein erster Krimi. (Quelle: Amazon)

Sonntag, 27. Dezember 2015

Rezension: Canterbury Serenade von Gitta Edelmann


Infos zum Buch:

Band 2
Originaltitel
Verlag: Dryas Verlag | Goldfinch
Autorin: Gitta Edelmann
Seiten: 233
Preis: 11,95€ | Ebook: 6,99 €

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Beschreibung:

Die erfolgreiche Autorin Ella Martin recherchiert für ihre neue Romanreihe in Canterbury. Als sie beim Einkaufen auf deutsche Touristinnen trifft, die ihre Reiseleiterin Eve vermissen, bietet sie ihnen an, für sie zu dolmetschen. Auch die Polizei und das Reisebüro benötigen ihre Deutschkenntnisse und im Nu steckt Ella mitten in den Ermittlungen zu einem Raubüberfall, dem die Reiseleiterin Eve zum Opfer gefallen ist. Dabei will Ella eigentlich nur ihren Roman schreiben. Doch langsam, aber sicher kommt ihr der Verdacht, dass Eve ermordet wurde.
Neben der Aufklärung des Verbrechens muss Ella auch entscheiden, ob sie nach Bonn zurückkehren oder in Canterbury bleiben soll. Dort hat sie nicht nur Freunde gefunden, sondern auch einen Mann, der gern mehr für sie sein möchte …
Ein neuer Fall für Ella Martin im malerischen Canterbury!

Meine Meinung:

Ich habe den ersten Band zwar nicht gelesen (was bei Krimis oft nicht so dramatisch ist), dennoch hatte ich hin und wieder das Gefühl, dass es wohl besser gewesen wäre Band eins zu lesen. Vor allem was die Personenkonstellationen anging gab es so einige Andeutungen, die für mich schleierhaft blieben. Ebenso die Liebesgeschichte, eine Dreiecksgeschichte zwischen Ella und den Cousins Tom und Alex. Obwohl Ella fest mit einem zusammen ist, merkt man doch deutlich, dass sie mehr für den anderen übrig hat und das hat mich ehrlich gesagt auch ein wenig arg genervt, weil mir unter anderem auch unbekannt war was eben vorher zwischen den Dreien war. Ich mag lieber Frauenfiguren, die wissen was sie wollen und nicht ständig am hin und her sind, mal mit dem einen flirten, dann wieder mit dem anderen. Ein bisschen enttäuscht war ich am Ende dann auch, weil das eigentliche Pairing sich getrennt hat.
Der Krimi ist eher leichte unterhaltende Kost mit ein wenig England-Flair, da man es hier mit einer Touristengruppe zu tun hat, bekommt man auch gleich einen Eindruck der Umgebung beim Lesen inklusive. Allzu spannend ist der Krimi nicht, es geht hier vornehmlich um Ellas Nachforschungen und nebenbei um ihr Leben in Canterbury, während sie für einen Liebesroman recherchiert, um anschließend nach Deutschland zurückzukehren. Die Arbeit für ihren Liebesroman fand ich sehr unterhaltsam. Ich fand die Autorin hat Ellas Arbeit gelungen mit in die Handlung eingewoben.
Ella fand ich okay, aber mir hat dennoch irgendetwas gefehlt um sie richtig sympathisch zu finden. Es gab halt nichts, was sie als Hauptfigur besonders hervorstechen ließ. Die Nebenfiguren waren zahlreich und ich hatte Anfangs etwas Mühe die Übersicht zu behalten. Es gab auch ständig andere eingeführte Figuren, die zwar Anhaltspunkte zum Fall beigesteuert haben, aber ich denke mir, bei einem Buch mit etwa 230 Seiten wären etwas weniger Figuren vielleicht mehr gewesen.
Der Schreibstil war sehr angenehm und dank der kurzen Kapitel habe ich gerne weitergelesen und konnte das Buch kaum aus der Hand legen.
Das Ende an sich war wenig spektakulär, aber solide umgesetzt. Da gibt es nichts zu bemängeln. Der Fall an sich war interessant aufgebaut und die Liebesgeschichte bleibt relativ offen. Da wird man wohl erst im nächsten Band erfahren wie es sich zwischen den Figuren weiterentwickeln wird.

Fazit:

Ein kurzweiliger Krimi mit lockerleichter Unterhaltung für Zwischendurch. Hier wäre es schon etwas ratsam die Bände in Reihenfolge zu lesen, da gerade auf die bestehenden Beziehungen zwischen den Figuren in diesem Band kaum eingegangen wird bzw. nur am Rande. Wer es also nicht so blutig mag und gerne Krimis mit einer Portion Romantik mag für den ist die Canterbury-Reihe genau das Richtige.

Bewertung:


Zur Autorin:

Spannung mit einem Augenzwinkern findet man nicht nur in Gitta Edelmanns zahlreichen Kurzkrimis und Kinderbüchern, sondern auch in ihrer englischen Krimireihe um die Liebesroman-Autorin und Detektivin wider Willen Ella Martin, die zur Recherche nach Canterbury gezogen ist.
Nach längeren Auslandsaufenthalten in Brasilien und Schottland lebt die Autorin seit einiger Zeit in Bonn, von wo aus es nicht allzu weit nach Großbritannien ist.
Gitta Edelmann ist Mitglied verschiedener Autorenvereinigungen und im Vorstand des Verbands Deutscher Schriftsteller VS in NRW. Sie leitet außerdem Seminare für kreatives Schreiben. (Dryas Verlag)

Rezension: Die Nebelgängerin von Andrea Ecker


Infos zum Buch:

Originaltitel
Verlag: Edition Oberkassel
Autorin: Andrea Ecker
Seiten: 304
Preis: 11,99 € | Ebook: 7,99 €

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Beschreibung:


Wer könnte ich sein? Wie wäre mein Leben verlaufen, hätte das Schicksal die Weichen anders gestellt? Fragen, auf die es in der Regel keine Antwort gibt.
Nach zahlreichen Tiefschlägen hat sich Teresa ein Nischendasein geschaffen, in dem sie sich vor weiteren seelischen Verletzungen sicher wähnt. Doch dann wird ihr einsames, ereignisloses Leben erschüttert. Vom Tod der Mutter – und von der Entdeckung, dass eine ihr bis dahin fremde Zwillingsschwester existiert. Diese Alice, die sie unter einer Wiener Adresse ausfindig macht, verkörpert in ziemlich jeder Hinsicht das genaue Gegenteil Teresas. Doch ehe sie sich zu erkennen geben kann, muss Teresa feststellen, dass ihre offensichtlich perfekte Zweitausgabe ein dunkles Geheimnis hat. Die Faszination ist zu groß. So dringt Teresa unbemerkt in das Leben ihrer Schwester ein, folgt den Spuren, setzt das Rätsel Stück für Stück zusammen. (Quelle: Edition Oberkassel)

Meine Meinung:

Mal abgesehen von dem etwas wenig hervorgestechenden Cover verbirgt sich in diesem Buch eine beeindruckende Geschichte. Ich war überrascht von dem tollen Schreibstil der Autorin und der interessanten Handlung.
Teresa ist eine Eigenbrötlerin, die etwas introvertiert wirkt und das Verhalten einer Stalkerin aufweist, das im Verlauf der Handlung immer stärker zutage tritt. Die Autorin hat Teresa hervorragend rübergebracht, so dass sie aber dennoch sympathisch wirkt und man sich teilweise doch recht gut in sie hineinversetzen kann. Ihr Zwilling Alice ist hingegen genau das Gegenteil von ihr, äußerlich anscheinend das perfekte Leben führend blickt Teresa aber schnell hinter Alice Fassade und ihr großes Geheimnis.
Besonders die Handlung fand ich klasse umgesetzt. Man erlebt Teresa in ihrem üblichen Alltag, bis sie den ersten Schritt wagt und nach ihrer Schwester sucht. Mit wenigen Anhaltspunkten gelingt es ihr immer tiefer in das Leben ihrer Zwillingsschwester einzutauchen, als ihr zu Anfang vielleicht bewusst ist. Dabei hat Andrea Ecker eine Menge spannender und teilweise auch rührender Szenen mit eingebaut. Neben den kurzen Kapiteln trägt auch der Schreibstil dazu bei, dass man das Buch kaum aus der Hand legen mag.
Ich fand auch das Thema Stalking enfühlsam umgesetzt und passend in die Geschichte eingewoben. Mit leichten Thrillerelementen blieb die Spannung zum Ende hin auch nicht auf der Strecke. Ich fand es sehr gut umgesetzt wie Teresa immer mehr über das Leben ihres Zwillings erfahren hat. Wie sie versucht hat auf ihre Weise ihrer Schwester näher zu kommen und in ihren Lebensraum eindringt, ohne sich darüber richtig im Klaren zu sein. Hier kam wirklich nichts zu kurz und man merkt beim Lesen deutlich, dass die Autorin sich wirklich Gedanken über die Geschichte gemacht hat. Die Nebenfiguren sind gut umgesetzt worden, aber es ist deutlich, dass sich die Handlung um die Zwillinge dreht und die Nebenfiguren dadurch teilweise etwas kurz kommen. Das hat mich beim Lesen aber nicht wirklich gestört.
Das Ende bringt noch einige Wendungen mit sich und auch ein paar spannende Szenen zum Finale hin. Der Schluss hat eher einen ruhigen Ausklang, hat mir alles in allem aber gut gefallen.

Fazit:

Eine toll umgesetzte Geschichte über Zwillinge, Stalking und das nicht immer alles den Anschein hat wie es ist. Unbedingt reinlesen. Es lohnt sich.

Bewertung:


Zur Autorin:

Andrea Ecker wurde in Bochum geboren und wuchs dort auf. Seit 1999 lebt sie in Essen. Beruflich stehen Sprachen im Fokus ihres Interesses. Mit Abschlüssen in Englisch und Italienisch arbeitete sie unter anderem als Übersetzerin und Fremdsprachenassistentin, unterrichtete gelegentlich und gab Kurse in der Erwachsenenbildung. Daneben gehört ihre große Leidenschaft der Literatur und dem kreativen Schreiben. Romane bilden dabei seit mehr als zehn Jahren den Schwerpunkt. „Lichtwechsel“ war im Jahr 2012 ihre erste Veröffentlichung. Die Konfrontation mit unerwarteten Wendungen, Brüchen, Chancen – das ist es, was Andrea Ecker fasziniert. An Romanfiguren. Und am Leben. (Quelle: Edition Oberkassel)

Samstag, 26. Dezember 2015

Rezension: Aetheragenten - Das Erwachen von Tanja Schierding


Infos zum Buch:

Originaltitel
Verlag: Edition Roter Drache
Autorin: Tanja Schierding
Seiten: 232
Preis: 12,00 €

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Anja Bagus HP




Beschreibung:

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts überzieht grüner Æthernebel die Flüsse und Seen dieser Welt. Auch das beschauliche Wallsend im hohen Norden Englands bleibt nicht verschont. Als der dort wohlbehütet aufgewachsene Gregory durch einen mysteriösen Unfall mit dem Æther in Berührung kommt, verändert er sich und sein bisher überschaubares Leben gerät aus den Fugen.
Von seinen Eltern verstoßen, stolpert er, auf der Suche nach seinem Platz im Leben, in ein ebenso rätselhaftes wie gefährliches Abenteuer. Was verbergen die Mauern der Burg Bamborough, und ist der mysteriöse Schausteller Peverell Primeaux wirklich ein Verräter an der Krone?
Spuren führen Gregory und seinen neugewonnenen Freund Weston auf die andere Seite des Erdballs, wo sie sich einem von dunklen Plänen getriebenen Widersacher gegenüber sehen. Reichen am Ende ein aufrechtes Herz und eine gehörige Portion Mut aus, um dem Bösen die Stirn zu bieten und mehr als nur einen Freund zu retten? (Quelle: Edition Roter Drache)

Meine Meinung:

Der Auftakt hat mir sehr gut gefallen. Mit der Aetherwelt von Anja Bagus bin ich zwar nicht vertraut, aber diese Reihe versteht man auch ohne Vorkenntnisse der Originalgeschichte. Tanja Schierding hat hier einen tollen Ableger aus der Aetherwelt geschaffen, den ich mit großer Begeisterung gelesen habe, denn das Buch hat alles was ich mag: Abenteuer, Spannung, tolle Figuren, Anfang des 20. Jahrhunderts, Romantik steht dafür eher im Hintergrund und kommt kaum vor was ich ganz angenehm fand.
An Gregorys Seite erlebt man das große Abenteuer, das ihm bevorsteht. Von der Familie verstoßen braucht es eine Weile bis er endlich so etwas wie ein Zuhause findet. Immer wieder stößt er auf Vorurteile, Hindernisse und vor allem von der eigenen Familie verstoßen, wirkt er Anfangs sehr unsicher und braucht einige Zeit um in der Handlung Erfahrungen zu gewinnen und über sich hinauszuwachsen. Das ist der Autorin auch gelungen, denn aus dem weinerlichen Jungen, der Anfangs vor Kämpfen zurückscheut, wird ein mutiger Agent, der sich den Gefahren stellt. Auch die Figuren um ihn herum sind größtenteils vom Aether betroffen und von der Geselleschaft verstoßen worden, so dass man durchaus nachvollziehen kann wie sie sich fühlen. Vor allem die Freundschaft zwischen Gregory und Weston gefiel mir. Beide haben sich so akzeptiert wie sie sind und beschützen einander. Wer noch besonders hervorgestochen ist war für mich Markus. In der Burg war er Gregory aufgrund seiner Merkmale äußerst gehässig gesinnt und hat ihm das Leben schwer gemacht, aber nach einigen misslungenen Versuchen hat auch Markus eine äußerst interessante Wandlung durchgemacht. Zum Ende hin mochte ich ihn schon sehr gern.
Das Setting gefiel mir. Ich mag die viktorianische Zeit und die Autorin ist gut darauf eingegangen. Ebenso rückte hier auch die Technik in den Vordergrund. Tanja Schierding hat hier tolle Ideen eingebracht, so dass ein Feeling von Steampunk aufkam. Auch durch die Veränderungen vom Aether gab es hier noch mal einen Fantasyanteil, der Anfangs etwas Ungewöhnlich ist, sich aber durchaus an die Handlung anpasst.
Die Story an sich fand ich spannend und gut umgesetzt. Ich konnte mir beim Lesen alles bildlich vorstellen und auch auf das Cover des Buches wird eingegangen. Besonders zum Ende hin stieg noch einmal die Spannung, auch wenn es kein großes furioses Finale gab, fand ich es gelungen umgesetzt.

Fazit:

Wer Fantasy, historische Settings und Abenteuer mag sollte durchaus reinlesen. Auch Steampunk-Fans kommen hier ganz auf ihre Kosten. Vorkenntnisse zu den Romanen von Anja Bagus benötigt man für diese Geschichte nicht unbedingt. Der Roman eignet sich für Jugendliche, als auch Erwachsene.

Bewertung:


Zur Autorin:

Tanja Schierding ist geboren und aufgewachsen in der beschaulichen Kleinstadt Wolfenbüttel. Kaum hielt sie ihr Abiturzeugniss in der Hand, zog es sie nach Hannover, wo sie zunächst Pädagogik studierte. Nach 6 Semestern brach sie das Studium ab und stürzte sich ins Leben. Es folgten Jahre mit verschiedenen Jobs von (A), wie An der Kasse sitzen, bis (W), als freie Webdesignerin scripten. Später orientierte sie sich neu und studierte in Hannover Geodäsie.
Obwohl sie bereits als Kind lieber Geschichten geschrieben als gelesen hat, fand sie erst durch einen Kurzgeschichtenwettbewerb zum Schreiben. Ermutigt durch den Freund und Autor Bernd Meyer machte sie mit Kurzgeschichten ihre ersten Tippversuche und hat nun im Herbst 2015 ihren Debütroman ‚Aetheragenten -Das Erwachen‘ veröffentlicht. (Quelle: Homepage der Autorin)

Samstag, 12. Dezember 2015

Rezension: Der Raub der Stephanskrone von Beate Maly


Infos zum Buch:

Originaltitel
Verlag: Ullstein
Autorin: Beate Maly
Seiten: 400
Preis: 9,99 € | Ebook: 8,99 €

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Beschreibung:

Österreich-Ungarn im 15. Jahrhundert. Sie ist die letzte Hoffnung für die ungarische Krone: Helene, die Kammerfrau der Königin Elisabeth. Als der König stirbt und die hochschwangere Königin vor dem aufständischen Adel fliehen muss, nimmt Helene die heilige Stephanskrone - die kostbare Insignie der ungarischen Könige - an sich. Eine gefährliche Reise durch das Land beginnt. Helenes Ziel: Die Donaustadt Komorn, in der Elisabeth sie erwartet, um ihren neugeborenen Sohn zum neuen Herrscher zu krönen. Kann Helene die Hoffnungen ihrer Königin erfüllen und ihr die Krone bringen? (Quelle: Ullstein)

Meine Meinung:

Kurz vorweg. Klappentext und Buchinhalt stimmen nur vage miteinander überein. Was im Klappentext steht kommt im Buch eher zum Schluss vor. Mal abgesehen von dem kleinen Manko hat mir das Buch sehr gut gefallen. Es war mein erster Roman von Beate Maly und hat mich sofort gefangen genommen und für sich begeistern können. Da ich gerne historische Geschichten mag, habe ich mich sehr gut unterhalten gefühlt und auch die Geschichte, die größtenteils auf wahren Begebenheiten beruht konnte mich überzeugen.
Helene wirkte Anfangs sehr unsicher auf mich, hat aber im Verlauf der Handlung eine Wandlung durchgemacht und ist über sich hinaus gewachsen. Sie ist eine tolle Heldin mit der ich während des Lesens immer wieder mitgefiebert habe und wissen wollte wie es weitergeht. Auch die Figuren um sie herum sind gut ausgearbeitet worden. Johann mochte ich ebenfalls sehr und auch Matthias ist eine interessante Figur. Elisabeth hingegen hat einen herrischen Charakter und bringt Helene oftmals in einige Schwierigkeiten, bringt somit aber auch Spannung in die Handlung.
Das Leben in Wien und Ungarn ist gut dargestellt worden, vor allem der Tagesablauf der Figuren wurde geschickt in die Handlung eingewoben.
Anfangs lernt man die Figuren kennen, wofür sich die Autorin genug Zeit genommen hat. Es wurde beim Lesen zu keinem Zeitpunkt langweilig und die Geschichte wartet mit einigen ansprechenden Handlungssträngen auf. Wie erwähnt geschieht der Raub der Stephanskrone erst zum Ende hin, was ich jedoch gut fand, da somit noch mal Spannung aufkommt und es ein gutes Ende mit sich bringt. Das Ende an sich war zwar wenig spektakulär, aber passend umgesetzt. Alles in allem hat mir die Geschichte richtig gut gefallen.
Der Schreibstil von Beate Maly liest sich flüssig, angenehm und trotz der 400 Seiten hat man das Buch schnell durchgelesen. Im Nachwort erfährt man noch was in der Handlung tatsächlich so geschehen ist und was aus der Feder der Autorin stammt.

Fazit:

Wer die Bücher von Beate Maly mag sollte natürlich auch hier reinlesen. Ebenso Fans von historischen Romanen, da es hier mal abgesehen von einer großen Prise Fantasie der Autorin um das Leben der Helene Kottaner geht.

Bewertung:


Zur Autorin:

Beate Maly, geboren in Wien, ist Autorin zahlreicher Kinderbücher, Sachbücher und historischer Romane. Sie ist verheiratet und lebt mit ihrem Mann und drei Kindern in Wien. (Quelle: Ullstein Verlag)

Freitag, 11. Dezember 2015

Rezension: Lucky in Love von Anja Fröhlich


Infos zum Buch:

Originaltitel
Verlag: Pink Imprint von Oetinger
Autorin: Anja Fröhlich
Seiten: 172
Preis: 9,99 € | Ebook: 6,99 €

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Beschreibung:

Film ab?! Früher war Lucky ein richtiger Kinderstar, doch jetzt ist sie fünfzehn und leider so was von raus! Aber das könnte sich bald ändern: Denn Lucky ist zum Casting von Eintagsliebe eingeladen, dem aktuellen Kinofilm ihres Lieblingsregisseurs. Jetzt muss nur noch ein neuer Coach her! Ihren alten Schauspiellehrer mit der weißen Guru-Hose hat sie in die Wüste geschickt. Doch dass der neue Coach ausgerechnet ihr von Liebeskummer-Attacken gepeinigter Mitschüler Jago ist, macht die Sache nicht einfacher – aber spannender … (Quelle: Oetinger)

Meine Meinung:

Ich hatte das Buch auf meiner Wunschliste und habe mich sehr gefreut, dass ich bei der Leserunde dabei sein durfte. Lucky in Love ist eine humorvolle, schräge Liebesgeschichte. Protagonistin Lucky ist ein wenig vorlaut, zeigt wenig Respekt und denkt anfangs, alles dreht sich um sie. Dass sie sich nicht alles erlauben kann, lernt sie im Verlauf der Geschichte. Ihre Mutter versucht sie nach einem Tief wieder ins Filmbusiness zu integrieren hat die Rechnung allerdings ohne ihre Tochter gemacht, die sich damit schwer tut. Ihr Mitschüler aus dem Schauspielkurs Jago ist das komplette Gegenteil von Lucky. Er leidet unter Liebeskummer und lässt das zu jeder Gelegenheit demonstrativ heraushängen. Ich fand es lustig, dass Lucky am Anfang herzlich wenig mit diesem sensiblen, merkwürdigen, teilweise theatralischen Jungen anfangen konnte, der sie auch noch für einen Film coachen soll. Dieses Pairing fand ich wirklich klasse, denn die Figuren sind nicht so langweilig stereotyp wie man sie sonst so in Liebesromanen erlebt. Beide Figuren sind sehr vielschichtig gestaltet und stechen eben auch durch ihren Charakter hervor. Die Liebesgeschichte hat mir gefallen. Sie ist gut auf die Figuren zugeschnitten und nicht kitschig romantisch, sondern sehr angenehm zu lesen ohne, dass die Protagonistin den Jungen an ihrer Seite ständig anhimmelt. Man hat gemerkt, dass es für Lucky auch andere Dinge im Leben gibt als Jago. Beide Figuren ergänzen sich hervorragend und ich konnte mich prima mit ihnen identifizieren.
Auch die Nebenfiguren sind auf ihre Art und Weise genauso schräg wie die Hauptfiguren und gut ausgearbeitet.
Die Handlung gefiel mir ebenfalls. Ich finde das Thema um Kinderstars interessant und die Autorin hat es meiner Meinung nach gekonnt umgesetzt, auch wenn sie nicht allzu sehr auf die guten und schlechten Seiten des Filmbusiness und Kinderstars allgemein eingegangen ist. Dennoch hat man anhand von Luckys Geschichte durchaus einen Einblick erhalten wie das Leben nach dem großen Erfolg aussehen könnte. Aus welchen Gründen Lucky wieder in Filmen mitspielen soll, welche Rolle ihre Mutter dabei spielt und wie Lucky das alles aufnimmt.
Das Ende hat mir gefallen, auch wenn einiges davon vorauszuahnen war. Es gibt ein schönes Happy End und noch so einige spannende Szenen innerhalb der Geschichte, sowie einem Familiengeheimnis.
Alles in allem hat mir das Buch sehr gefallen. Luckys sarkastische Kommentare und all die Vergleiche und Metaphern fand ich witzig und das Buch liest sich sehr flüssig und auch die Handlung fand ich stimmig.

Fazit:

Eine humorvolle Liebesgeschichte mit schrägen Hauptfiguren, die unterhaltsam bleibt und mit interessanten Themen aufwartet. Ein Blick hinein lohnt sich auf alle Fälle.

Bewertung:


Zur Autorin:

Anja Fröhlich, geboren 1964, verbrachte ihre Kindheit zur Hälfte im sonnigen Rom und zur anderen Hälfte im kalten Sauerland. Nach dem Abitur studierte sie Filmwissenschaft, Kunstgeschichte und Psychologie in Köln. Sie ließ sich als Filmredakteurin und Werbetexterin anstellen, bis ihr Sohn Leon sie mit seiner Geburt 1995 aus allen festen Verhältnissen befreite. Seitdem arbeitet Anja Fröhlich als freie Texterin, Journalistin und Autorin. 2001 erschien ihr erster Roman. (Quelle: Oetinger)

Rezension: Die Schmetterlingsfängerin von Margarita Kinstner


Infos zum Buch:

Originaltitel
Verlag: Hanser Literaturverlage
Autorin: Margarita Kinstner
Seiten: 288
Preis: 19,90 € | Ebook: 15,99 €

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Beschreibung:

Die schwangere Katja wird in wenigen Wochen zu ihrem Freund Danijel nach Sarajevo ziehen. Die Zeit vor der Abreise nutzt sie, um ein letztes Mal das Tal ihrer Kindheit zu besuchen. Dort stößt Katja auf die alten Geschichten: Wieso ist ihr Urgroßvater damals von Bosnien nach Österreich ausgewandert? Und weshalb sind drei seiner Kinder nach Kanada gegangen? Was wäre gewesen, wenn Großmutter einst den Mut gehabt hätte, ihrer großen Liebe in die Schweiz zu folgen? Und was bedeutet das, Heimat? Eine Liebesgeschichte aus dem Herzen von Mitteleuropa über das Bleiben und Fortgehen und über den Mut, ein neues Leben anzufangen. (Quelle: Amazon)

Meine Meinung:

Der Gesamteindruck des Buches gefiel mir, wobei ich denke, dass die Geschichte nicht unbedingt etwas für jeden Leser ist. Die Autorin hat Katja in den Mittelpunkt der Handlung gestellt, die zurück in ihre Heimat reist. An den Ort an dem sie ihre Kindheit, die schönsten Momente ihres Lebens verbracht hat und sich an die damalige Zeit inbesondere an ihre Familie zurückerinnert. Das Hauptaugenmerk der Handlung handelt tatsächlich von den Erinnerungen ihrer Kindheit und dem ihrer Eltern und Verwandtschaft, die man hier sehr genau kennenlernt, ebenso ihre dunklen Geheimnisse und ihre Verbindung untereinander.
Die Autorin hat einen angenehmen Schreibstil und die Geschichte durchaus so gelungen aufgebaut, dass ich trotz einiger Unterbrechungen immer mal wieder ein kleines Stück weitergelesen habe. Allerdings erfordert die Story auch Konzentration damit man den Überblick behält. In den Szenen mit Katja passiert relativ wenig, außer das sie Zeit mit ihren Liebsten verbringt und sich Gedanken um ihr Kind und das bevorstehende Leben in Sarajevo macht.
Auf ihem Selbstfindungstrip geht es Katja auch um die Frage was Heimat bedeutet. Ist es da wo die Familie ist? Der Ort an dem man am liebsten seine Zeit verbracht hat oder etwas ganz Anderes?
Gelungen und feinfühlig hat Margarita Kinstner das Thema umgesetzt und spricht hier vor allem Leser an, die eher ruhige Geschichten bevorzugen, die zum Nachdenken anregen.

Fazit:
 
Wer Biografien mag könnte bei diesem Buch ebenfalls auf seine Kosten kommen. Natürlich ist es keine richtige Biografie, aber vom Stil her kommt es dem schon recht nahe. Für andere Leser könnte es eventuell schon wieder etwas zu langweilig sein, eben weil nicht wirklich viel passiert. Am besten mal in die Leseprobe reinlesen und selbst entscheiden.

Bewertung:


Zur Autorin:

Margarita Kinstner, geboren 1976 in Wien, hat bisher in Literaturzeitschriften und Anthologien veröffentlicht. Mittelstadtrauschen ist ihr erster Roman. Im Herbst 2015 ist der Roman Die Schmetterlingsfängerin erschienen. (Quelle: Hanser Literaturverlage)